Reisebericht · Italien 2025
Moto Giro d’Italia 2025
Mit BMW Motorrad Müller Leipzig einmal quer durch Süditalien
Ride. Explore. Experience.
Nicht jede Reise beginnt mit dem ersten Kilometer. Manche beginnen bereits lange vorher.
Für die Teilnehmer begann der Motorradurlaub mit dem Flug nach Rom. Für uns Tourguides dagegen bereits zwei Tage früher.
Während zu Hause noch die Koffer gepackt wurden, machten wir uns mit einem Iveco Daily, einem Mercedes Sprinter, einem BMW X6 und drei großen Motorradanhängern auf den Weg nach Italien. Unser Ziel war ein Hotel vor den Toren Roms – der Ausgangspunkt einer Reise, die uns in den kommenden zwei Wochen durch einige der schönsten Regionen Süditaliens führen sollte.
Mit an Bord waren die Motorräder und die Ausrüstung unserer Teilnehmer sowie alles, was das Serviceteam für Logistik und Catering benötigte. Denn bevor der erste Motor gestartet werden kann, steckt hinter einer Reise dieser Größenordnung jede Menge Vorbereitung.
Was folgte, waren siebzehn intensive Tage voller beeindruckender Landschaften, gemeinsamer Erlebnisse, unzähliger Kurven und einer Gruppendynamik, die bereits beim ersten Cappuccino-Stopp entstand. Von den Abruzzen über Apulien, Basilikata und Kalabrien bis zur Amalfiküste, zum Vesuv und nach Pompeji.
Die Straßen führten uns durch Italien. Die Menschen machten die Reise unvergesslich.
Hinter den Kulissen – bevor die Reise begann
Für unsere Teilnehmer begann die Reise mit einem entspannten Flug nach Rom. Für uns Tourguides dagegen bereits zwei Tage früher.
Als Zugfahrzeuge standen ein Iveco Daily in Lang-/Hoch-Ausführung, ein Mercedes Sprinter Lang/Hoch und ein BMW X6 bereit. Dahinter drei große Motorradanhänger mit den Maschinen unserer Teilnehmer. Gemeinsam machten wir uns auf den langen Weg zu unserem Starthotel vor den Toren Roms.
Natürlich war die lange Anreise anstrengend. Trotzdem überwog bei der Ankunft zunächst etwas anderes: Erleichterung – und eine unbändige Vorfreude auf die Tage, die nun vor uns lagen.
Zeit zum Durchatmen blieb zunächst nicht. Die Motorräder mussten abgeladen, kontrolliert und für die Ankunft unserer Gäste vorbereitet werden. Erst als alle Maschinen sicher auf ihren Stellplätzen standen, fiel die Anspannung langsam von uns ab.
Wir hatten die wertvollen Motorräder unserer Mitfahrer heil nach Italien gebracht und sicher abgeladen. Erst beim gemeinsamen Feierabendbier merkten wir, wie müde wir nach der langen Anfahrt tatsächlich waren.
Ein Team, das perfekt ineinandergreift
Die rund 30 Teilnehmer wurden auf drei Gruppen verteilt. Max Müller, Enrico Behr und ich übernahmen jeweils eine Gruppe als fahrende Tourguides. Max hatte außerdem die Strecken geplant und damit einen wesentlichen Anteil daran, dass wir Tag für Tag auf außergewöhnlichen Straßen durch Süditalien unterwegs waren.
Im Hintergrund arbeitete ein ebenso wichtiger Teil des Teams: Elke Müller, ein Meister aus dem Motorradbereich und eine Servicechefin aus dem Innendienst. Sie übernahmen die beiden Transporter, organisierten Einkäufe und Catering und sorgten dafür, dass wir drei fahrenden Guides uns vollständig auf unsere Mitfahrer und die Routen konzentrieren konnten.
In den Transportern befanden sich Festzeltgarnituren, Zelte, Grills, Kühlboxen, Lebensmittel, Getränke und alles, was für eine mobile Verpflegung unterwegs benötigt wurde. Mitten im Nirgendwo entstanden so komplette Mittagstische. Es wurde gegrillt, Salate wurden frisch zubereitet und bei der Ankunft am Hotel wartete auf dem Parkplatz bereits das Stiefelbier.
Während wir mit unseren Gruppen unterwegs waren, standen wir ständig per Funk mit dem Serviceteam in Verbindung. Wenn der Aufbau noch nicht ganz abgeschlossen war, konnten wir eine zusätzliche Schleife fahren oder einen Fotostopp einlegen. Für die Teilnehmer wirkte vieles selbstverständlich. Tatsächlich steckte dahinter außergewöhnlich gutes Teamwork.
Eine Motorradreise mit rund 30 Teilnehmern funktioniert nur mit einem eingespielten Team. Je besser Logistik, Catering, Streckenplanung und Kommunikation im Hintergrund ineinandergreifen, desto mehr können sich die Teilnehmer auf das konzentrieren, weshalb sie nach Italien gekommen sind: das Motorradfahren und die gemeinsamen Erlebnisse.
Meine persönliche Einschätzung
In fast vier Jahrzehnten Berufsleben habe ich viele Organisationen erlebt. Was das Team um Elke Müller von BMW Motorrad Müller Leipzig bei dieser Reise geleistet hat, war für mich eine planerische Meisterleistung.
Jeder kannte seine Aufgabe, Verantwortung wurde übernommen und alle Zahnräder griffen ineinander. Genau deshalb fahre ich so gerne für diesen Auftraggeber.
Rom auf zwei Rädern – zwischen Respekt und Begeisterung
Noch bevor die eigentliche Motorradtour begann, stand ein Programmpunkt auf dem Plan, auf den ich mich einerseits freute und vor dem ich gleichzeitig großen Respekt hatte: unsere Rollerfahrt durch Rom.
Respekt hatte ich aus zwei Gründen. Zum einen kannte ich den italienischen Verkehr bereits von früheren Reisen. Zum anderen fuhr ausgerechnet Elke Müller bei mir als Sozia mit. Die Chefin von BMW Motorrad Müller Leipzig saß also hinter mir – keine Situation, in der man sich unbedingt den ersten Fahrfehler leisten möchte.
Die ersten Minuten fuhr ich entsprechend konzentriert und vorsichtig. An den Roller hatte ich mich schnell gewöhnt, doch der Verkehr verlangte eine völlig andere Fahrweise als in Deutschland. Roller schoben sich scheinbar selbstverständlich durch jede Lücke, wechselten Spuren, nutzten jeden freien Meter und bewegten sich mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit durch die Stadt.
Dann passierte etwas Entscheidendes: Ich hörte auf, gegen den Verkehr zu arbeiten, und begann, mit ihm zu fahren. Ich beobachtete die italienischen Rollerfahrer, übernahm ihre Fahrweise – und plötzlich wurde aus Respekt echter Fahrspaß.
Ab diesem Moment war die Tour durch Rom einfach nur noch extrem geil.
Rom öffnete sich vor uns auf eine Weise, wie man sie aus einem Reisebus niemals erleben könnte. Zwischen historischen Gebäuden, engen Straßen und lebhaften Plätzen fühlte sich die Stadt plötzlich erstaunlich flüssig an. Hinter jeder Kurve ergab sich ein neuer Blick auf eine der beeindruckendsten Städte Europas.
Unser externer Guide hatte die Route hervorragend vorbereitet. Er führte uns nicht nur zu den bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern kannte auch ihre geschichtlichen Hintergründe und vermittelte sein Wissen mit großer Begeisterung. Man merkte schnell, dass hier jemand unterwegs war, der seine Stadt wirklich kannte.
Mindestens genauso wichtig war für mich jedoch etwas anderes. Während der gemeinsamen Stopps ergaben sich die ersten längeren Gespräche mit unseren Mitfahrern. Bis dahin waren viele für mich lediglich Namen auf einer Teilnehmerliste gewesen. Jetzt lernte ich die Menschen kennen, mit denen ich die nächsten zwei Wochen unterwegs sein würde.
Besonders schön war für mich, dass Elke auf dem Roller so viel Spaß mit mir hatte. Gleichzeitig konnte ich bereits die ersten Eindrücke unserer späteren Mitfahrer sammeln. Schon an diesem Tag entstand eine lockere und herzliche Atmosphäre.
Die Rollerfahrt war weit mehr als eine Stadtbesichtigung. Sie war das erste gemeinsame Erlebnis der gesamten Gruppe. Noch bevor wir einen einzigen Kilometer auf unseren Reiseenduros zurücklegten, entstanden die ersten Gespräche, das erste gemeinsame Lachen und genau dieses Gruppengefühl, das uns durch die kommenden zwei Wochen begleiten sollte.
Rückblickend war diese Rollertour der perfekte Auftakt. Sie nahm uns die anfängliche Fremdheit, brachte die Gruppe zusammen und machte Lust auf alles, was noch vor uns lag.
Endlich unterwegs – willkommen in den Abruzzen
Nach dem gemeinsamen Fahrerbriefing wurde es ernst. Helme schließen, Motoren starten, ein letzter Blick in die Runde – dann setzte sich meine Gruppe langsam in Bewegung.
Mein erstes Ziel war dabei ganz einfach: alle sicher durch den römischen Stadtverkehr und hinaus aus der Stadt zu bringen. Als die letzten Ampeln hinter uns lagen und die Straßen ruhiger wurden, fiel mir spürbar ein Stein vom Herzen.
Jetzt konnte die Reise wirklich beginnen.
Schon kurz darauf führte uns die Strecke auf einen der ersten Hügel. Ich entschied mich anzuhalten – natürlich wegen der Aussicht und der Möglichkeit, die ersten Fotos mit Blick zurück auf Rom zu machen.
Der Stopp hatte für mich aber noch einen zweiten Grund. Ich wollte meine Mitfahrer noch einmal ganz bewusst willkommen heißen und ihnen sagen, dass sie mich jederzeit ansprechen konnten: wenn ihnen mein Tempo zu schnell oder zu langsam war, wenn sie eine zusätzliche Pause brauchten oder wenn sich etwas nicht gut anfühlte.
Mir war wichtig, dass niemand einfach nur hinterherfährt. Wir würden die kommenden zwei Wochen gemeinsam unterwegs sein – und genau so sollte sich die Reise auch anfühlen.
Die erste Cappuccino-Pause
Wenig später stand die erste gemeinsame Cappuccino-Pause auf dem Programm. Eigentlich nichts Besonderes – zumindest dachten wir das in diesem Moment.
Als es ans Bezahlen ging, übernahm einfach jemand aus der Gruppe die komplette Runde. Ohne große Worte, ohne Diskussion. Beim nächsten Mal zahlte ein anderer, später war natürlich auch ich einmal an der Reihe.
Daraus entwickelte sich eine kleine Tradition, die uns durch die gesamten vierzehn Fahrtage begleitete. Irgendwann hatten wir deshalb sogar unseren Spitznamen weg:
die Cappuccino-Gruppe.
Rückblickend glaube ich, dass genau bei diesem ersten Stopp unsere Gruppendynamik entstanden ist. Fünf Teilnehmer kannten sich bereits vor der Reise. Statt unter sich zu bleiben, zogen sie alle anderen ganz selbstverständlich mit hinein.
Mich eingeschlossen.
Obwohl ich bis dahin keinen einzigen Mitfahrer persönlich kannte, hatte ich nie das Gefühl, nur der Guide zu sein. Schon nach kurzer Zeit war ich Teil der Gruppe.
Am ersten Fahrtag geht es nicht nur darum, die Route sauber zu führen. Man beobachtet auch, wie sich die Gruppe entwickelt: Wer fährt eher zurückhaltend? Wer braucht etwas mehr Zeit? Wer sorgt in den Pausen sofort für gute Stimmung? Vertrauen entsteht nicht durch große Worte, sondern durch viele kleine gemeinsame Momente.
Meine Erinnerung an diesen Tag
Wenn ich heute an den ersten Fahrtag denke, sehe ich nicht zuerst die Straßen der Abruzzen vor mir. Ich sehe den ersten Halt oberhalb von Rom, eine kleine italienische Bar und eine Gruppe Motorradfahrer, die sich gerade erst kennengelernt hatte.
Die Straßen waren genau das, wovon Biker träumen. Im Gedächtnis geblieben ist mir aber vor allem, wie schnell aus einzelnen Mitfahrern eine Gemeinschaft wurde.
Kurven, Landschaft und Bikerträume
Mit jedem Kilometer ließen wir den Trubel rund um Rom weiter hinter uns. Die Straßen wurden ruhiger, die Kurven flüssiger und die Landschaft weitläufiger. Genau für solche Momente steigt man auf ein Motorrad und nimmt tausende Kilometer Anreise in Kauf.
Die Abruzzen zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Kleine Straßen schlängelten sich durch die Berge, immer wieder eröffneten sich neue Ausblicke über Täler und Hänge. Der Verkehr wurde spürbar weniger und wir konnten den Rhythmus unserer Gruppe immer besser finden.
Dass die Straßen fahrerisch ein Traum waren, muss ich eigentlich gar nicht besonders erwähnen. Wer einmal mit dem Motorrad durch diese Region gefahren ist, weiß sofort, weshalb die Abruzzen unter Motorradfahrern einen so guten Ruf genießen.
Viel stärker geblieben sind mir allerdings die Dinge, die man auf keinem Navi und in keinem Reiseführer findet. Die Gespräche an den Stopps, das gemeinsame Lachen über Intercom und das Gefühl, dass aus einer Gruppe fremder Menschen immer mehr eine Gemeinschaft wurde.
Als Tourguide merkt man sehr schnell, wann eine Gruppe beginnt, miteinander zu funktionieren. Es wird weniger hektisch gefahren, die Abstände passen, niemand versucht sich zu beweisen und trotzdem hat jeder seinen Spaß. Genau diesen Moment hatten wir inzwischen erreicht.
Viele denken, ein Tourguide müsse in erster Linie die schönsten Straßen kennen. Das ist wichtig. Noch wichtiger ist aber, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie sich eine Gruppe bewegt. Erst wenn jeder Vertrauen zum Guide und zu den Mitfahrern aufgebaut hat, entsteht dieses entspannte Fahren, das eine Motorradreise wirklich besonders macht.
Meine Erinnerung an diesen Abschnitt
Wenn ich heute an diese Straßen denke, erinnere ich mich natürlich an die unzähligen Kurven. Noch stärker sind jedoch die Menschen in Erinnerung geblieben. Die Gemeinschaft, die sich bereits am ersten Fahrtag entwickelt hatte, wurde mit jedem Kilometer enger.
Genau deshalb verbinde ich diese Etappe nicht nur mit einer großartigen Motorradstrecke, sondern mit dem Beginn einer Reise, auf der aus Mitfahrern Freunde wurden.
Zwischen Kurvenrausch, Vulkanseen und Burgen
Die nächste Etappe führte uns von Apulien in die Basilikata – und fahrerisch war an diesem Tag wirklich alles dabei.
Kurven ohne Ende bis ans Meer, auf den Geraden kurz verschnaufen und dann wieder hinein ins Getümmel. Kleine enge Straßen wechselten sich mit weiten Landstraßen, langen Geraden und immer neuen Kurvenkombinationen ab.
Genau diese Mischung machte den Tag zu einem einzigen Motorradfahrertraum.
Der Tag beginnt natürlich mit Cappuccino
Bevor wir uns wieder auf die Strecke machten, blieb Zeit für das, was inzwischen fest zu unserer Reise gehörte: ein gemeinsamer Cappuccino-Stopp.
Die Motorräder standen bereits startklar am Straßenrand. Nach den ersten Gesprächen, einem Kaffee und dem obligatorischen Blick auf die Route ging es weiter.
Schon auf den ersten Kilometern zeigte sich, wie abwechslungsreich diese Etappe werden würde. Immer wieder wechselten sich enge Ortsdurchfahrten, offene Landschaften und kurvenreiche Abschnitte ab.
Melfi – Kulturstopp mit Aussicht
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Melfi. Ich parkte meine Gruppe direkt vor dem Zugang zur Burg, an der Stelle, an der sich früher die Hängebrücke befunden hatte.
Schon beim ersten Blick wurde deutlich, welche Dimension diese Anlage besitzt. Ein gewaltiger Wassergraben muss die Burg einst geschützt haben. Wir nahmen uns Zeit für die Besichtigung, schauten uns die historischen Mauern an und genossen den Blick über die umliegende Landschaft.
Für uns war es die perfekte Verbindung aus Motorradfahren und Kultur. Erst eine großartige Strecke, dann eine historische Anlage, die man nicht nur im Vorbeifahren sehen wollte.
Mittagspause an den Kraterseen des Monte Vulture
Den nächsten Höhepunkt hatte unsere Servicecrew vorbereitet. Am Rand der beiden Kraterseen des erloschenen Monte Vulture wartete mitten in der Natur erneut ein komplett aufgebauter Mittagstisch auf uns.
Grill und Bierzeltgarnituren standen bereit, die Getränke waren gekühlt und Elke Müller hatte die Salate selbst zubereitet. Dazu gab es kalte und warme Platten sowie Leckeres vom Grill.
Die Organisation war erneut der Wahnsinn. Während wir die Strecken genießen konnten, hatte das Team im Hintergrund alles aufgebaut und vorbereitet.
Einige nutzten die Pause für Gespräche am Tisch. Andere entdeckten die Relaxbänke am See und machten es sich für einen Moment richtig bequem.
Der Monte Vulture ist ein erloschener Vulkan. Seine beiden Kraterseen bildeten für unsere Mittagspause eine außergewöhnliche Kulisse – ruhig, grün und weit entfernt vom Trubel der großen Straßen.
Muro Lucano und der zweite Kaffeestopp
Am Nachmittag ging es weiter durch die Basilikata. Die Landschaft wurde wieder bergiger und die Straßen lieferten genau das, was wir uns von diesem Tag erhofft hatten.
In Muro Lucano legten wir unseren zweiten Kaffeestopp ein und schauten uns das Castello Medievale an. Der Ort lag eindrucksvoll am Hang und bot einen weiten Blick über die umliegenden Berge und Täler.
Kultur vom Feinsten und eine geniale Streckenführung – genau diese Kombination prägte den gesamten Tag.
Über das Hochplateau nach Potenza
Über Teile eines Hochplateaus führte uns die Route schließlich weiter in Richtung Potenza. Auch auf den letzten Kilometern blieb die Etappe abwechslungsreich: kleine enge Straßen, große weite Passagen, lange Geraden und enge Kurven.
Es war einer dieser Tage, an denen sich das Motorradfahren nie wiederholte. Kaum hatte man auf einer Geraden kurz durchgeatmet, wartete bereits die nächste Kurvenkombination.
In einem Wald nahe Potenza bezogen wir schließlich unser Hotel. Nach so vielen Eindrücken war die ruhige Lage genau der richtige Abschluss.
Meine Erinnerung an diesen Tag
Melfi, die beiden Kraterseen des Monte Vulture, die perfekt organisierte Mittagspause und Muro Lucano – dieser Tag verband Motorradfahren, Landschaft und Kultur auf eine Weise, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist.
Fahrerisch war alles vertreten, was das Herz eines Motorradfahrers höherschlagen lässt. Und trotzdem waren es wieder die gemeinsamen Stopps und das unglaubliche Team im Hintergrund, die diesen Tag außergewöhnlich machten.
Matera & Nationalpark – mit einem Wort: unglaublich
Es gibt Tage auf einer Motorradtour, an denen einem einfach die Worte fehlen. Dieser Tag war genau so einer.
Matera, die besondere Atmosphäre der alten Felsenstadt, die gewaltige Schlucht und anschließend die Fahrt durch die Landschaft der Basilikata und den Nationalpark – all das zusammen machte diese Etappe zu einem der großen Höhepunkte unserer Reise.
Natürlich beginnt auch dieser Tag mit Cappuccino
Bevor wir in die Geschichte Materas eintauchten, blieb Zeit für unseren inzwischen fest etablierten Cappuccino-Stopp.
Matera – eine Stadt aus Stein und Geschichte
Schon bei der Ankunft wurde klar, warum Matera zu den eindrucksvollsten Orten Süditaliens gehört. Die Stadt scheint aus dem Fels herausgewachsen zu sein. Häuser, Kirchen, Treppen und Wege liegen auf mehreren Ebenen übereinander und bilden ein Stadtbild, das man so kein zweites Mal findet.
Unsere Motorräder standen mitten im historischen Umfeld der Stadt. Von dort aus erkundeten wir Matera zu Fuß und ließen uns durch die engen Gassen treiben.
Zwischen den hellen Steinwänden, schmalen Durchgängen und gepflasterten Wegen öffneten sich immer wieder neue Perspektiven.
Die Felswohnungen der Sassi
Besonders eindrucksvoll war der Einblick in die historischen Felswohnungen. Die Casa Grotta vermittelte eine Vorstellung davon, wie die Menschen früher in den in den Fels gearbeiteten Räumen lebten.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht waren zahlreiche weitere Höhlen und Öffnungen im Fels zu erkennen. Der Blick machte deutlich, wie stark das Leben der Menschen hier über Jahrhunderte mit der Landschaft verbunden war.
Ein Teddy, zwei Mitfahrer und viele Lacher
Natürlich blieb auch Zeit für jene ungeplanten Momente, die man auf keiner Route einzeichnen kann.
Eine Mitfahrerin und ein Mitfahrer entdeckten einen riesigen weißen Stoffteddy. Wenige Augenblicke später wurde herzlich gelacht, für ein Erinnerungsfoto posiert und darüber diskutiert, ob der Teddy vielleicht noch einen freien Platz auf einem Topcase hätte.
Von Matera hinaus in die Natur
Nach der Stadtbesichtigung wechselte der Charakter des Tages vollständig. Wir ließen Matera hinter uns und tauchten wieder in die Landschaft der Basilikata ein.
Auf den ruhigen Straßen war kaum Verkehr unterwegs. Es blieb Zeit, den Blick schweifen zu lassen und die Weite der Landschaft zu genießen.
Castelmezzano und die Dolomiti Lucane
Mit Castelmezzano wartete ein weiterer Höhepunkt. Das Bergdorf liegt spektakulär zwischen den markanten Felsen der Dolomiti Lucane und wirkt, als wäre es direkt in die Bergwelt hineingebaut worden.
Manche Etappen leben von einer besonders schönen Straße, andere von einem außergewöhnlichen Ziel. Dieser Tag verband beides: Matera als kulturellen Höhepunkt und die Fahrt durch den Nationalpark als landschaftliches und fahrerisches Erlebnis.
Zurück zum Hotel im Wald
Nach all den Eindrücken führte uns die Route schließlich zurück zu unserem Hotel im Wald. Die Motorräder standen wieder dicht an dicht unter den Bäumen – ein vertrautes Bild am Ende eines außergewöhnlichen Tages.
Meine Erinnerung an diesen Tag
Matera war für mich einer der kulturellen Höhepunkte der gesamten Reise. Die Sassi, die Felswohnungen und die gewaltige Schlucht ließen sich kaum mit einem normalen Stadtbesuch vergleichen.
Dazu kamen Castelmezzano, die Landschaft des Nationalparks und die gute Stimmung in der Gruppe. Mein damaliger Facebook-Satz trifft es deshalb bis heute am besten: Mit einem Wort – unglaublich.
Von der Basilikata nach Kalabrien – endlich die Füße im Meer
Von der Basilikata führte uns diese Etappe weiter nach Süden bis nach Kalabrien. Vor uns lagen ein echter Kurvenrausch, historische Orte, das Ionische Meer und zum Abschluss die ersten Straßen des Sila-Nationalparks.
Und nach mehreren Tagen Vorfreude war es endlich so weit:
Wir standen mit den Füßen im Meer.
Kurvenrausch Richtung Süden
Um 9:00 Uhr ging es wieder los. Über Anzi und Laurenzana führte die Route zum kleinen Pass Valico di Sella Lata auf 1.240 Metern.
Besonders die SS92 zwischen Potenza und Missanello hatte es in sich. Kurve folgte auf Kurve, und nur selten konnte man den Lenker für längere Zeit gerade halten.
Vorbei am Cotugno-Stausee verließen wir später die SS92 und nahmen Kurs auf den Golf von Tarent. Über die SS481 wechselten wir schließlich in die Region Kalabrien.
Oriolo – Burg und Schlucht
In Oriolo legten wir einen Kulturstopp ein. Hoch über dem Ort thront die Burg aus dem 11. Jahrhundert und prägt bis heute das Stadtbild.
Besonders eindrucksvoll war die Lage am Rand einer tiefen Schlucht. Unterhalb des Ortes lag sogar eine kleine Freilichtbühne.
Die Idee entstand beim Cappuccino
Den späteren Pausenplatz am alten Küstenwachturm hatte ich als Guide noch gar nicht fest eingeplant. Erst bei unserer ersten Cappuccino-Pause entstand die Idee, einen direkten Zugang zum Strand zu suchen.
Die offizielle Route verlief nur in einiger Entfernung zur Küste. Also suchte ich nach einer Möglichkeit, mit der Gruppe tatsächlich bis an den Strand zu kommen.
Der Weg führte schließlich durch eine so niedrige Unterführung, dass man sich beinahe auf den Tank legen musste. Für die Sozias hieß es sicherheitshalber: kurz absteigen.
Gute Touren entstehen nicht nur am Schreibtisch. Manchmal entdeckt man unterwegs einen Ort, der in keinem Roadbook steht. Dann braucht es einen kurzen Blick auf die Zufahrt, eine realistische Einschätzung für die Gruppe – und manchmal auch die klare Ansage: „Sozias bitte einmal absteigen.“
Endlich am Ionischen Meer
Hinter der Unterführung öffnete sich plötzlich der Blick auf das Ionische Meer. Vor uns standen die Reste eines alten Küstenwachturms, dahinter glitzerte das Wasser.
Nach all den Tagen mit dem Blick Richtung Küste war der Moment endlich gekommen. Motorräder abstellen, Stiefel aus – und die Füße ins Meer.
Natürlich durfte auch das gemeinsame Erinnerungsfoto mit den Motorrädern und dem alten Turm nicht fehlen.
Entlang der Küste nach Corigliano Calabro
An der Küste folgten wir rund 40 Kilometer der Europastraße bis nach Corigliano Calabro. Nach den vielen Kurven der vergangenen Tage war dieser Abschnitt fast schon eine kleine Verschnaufpause.
In Corigliano Calabro wollten wir die Adelsresidenz Ducale bestaunen. Ursprünglich 1073 als Festung erbaut, wurde sie später im Barock zu einer repräsentativen Residenz umgestaltet.
Danach blieb noch Zeit für eine weitere Pause – und für eine Kombination, die offenbar nur in Italien vollkommen selbstverständlich wirkt: Cappuccino und Eis.
Hinauf in den Sila-Nationalpark
Auf dem letzten Streckenabschnitt veränderte sich die Landschaft noch einmal vollständig. Wir verließen die Küste und tauchten in den Sila-Nationalpark ein.
Die Straßen gewannen wieder an Höhe, Wälder bestimmten das Bild und die Temperaturen wurden spürbar angenehmer. Vorbei am Cecita-Stausee führte uns die Route schließlich bis nach San Giovanni in Fiore.
Lunchpakete für die nächste Etappe
Während wir den Fahrtag Revue passieren ließen, war die Servicecrew bereits wieder mit den Vorbereitungen beschäftigt. Am Fahrzeug wurden Lebensmittel sortiert und die Lunchpakete für die nächste Etappe zusammengestellt.
Meine Erinnerung an diesen Tag
Am stärksten ist mir der spontane Abstecher zum alten Küstenwachturm in Erinnerung geblieben. Die Zufahrt durch die niedrige Unterführung war schon ein kleines Abenteuer – aber der Moment danach war jede Mühe wert.
Endlich standen wir am Ionischen Meer. Nach Tagen voller Berge, Schluchten und Vorfreude hatten wir tatsächlich die Füße im Wasser. Genau solche ungeplanten Momente machen eine Motorradtour unvergesslich.
Sila-Nationalpark – Kurven, Regen und Mittagessen am Meer
Auch dieser Fahrtag begann mit einer Strecke, die wie für Motorräder gebaut schien. Der Sila-Nationalpark zeigte sich rau, weit und unglaublich abwechslungsreich – später allerdings auch nass.
Trotz Regen, Unwetterwarnung und einer kurzfristig angepassten Route wurde es ein perfekter Tag: mit endlosen Kurven, einem besonderen Cappuccino-Stopp, Mittagessen direkt am Meer und einem gemeinsamen BBQ am Abend.
Auftakt am Cotugno-Stausee
Zu Beginn des Tages legten wir einen Stopp am Cotugno-Stausee ein. Die ruhige Wasserfläche, die bewaldeten Hänge und unsere Motorräder boten die perfekte Kulisse für ein Gruppenfoto.
Danach ging es hinein in die Kurven. Die Straßen führten durch dichte Wälder, über Höhenzüge und immer wieder zu Aussichtspunkten, an denen man am liebsten alle paar Meter angehalten hätte.
Cappuccino auf einer kleinen Ranch
Nach so vielen Kurven war eine Pause dringend nötig. Für den Cappuccino-Stopp hatte ich eine kleine, ranchartige Location gefunden – gemütlich, bodenständig und mit richtig gutem Kaffee.
Im Laden gab es außerdem zahlreiche Produkte aus der Region. Hätten wir mehr Stauraum gehabt, wären einige von uns vermutlich mit deutlich schwereren Motorrädern weitergefahren.
Der Regen holt uns ein
Auf der Weiterfahrt verschlechterte sich das Wetter zunehmend. Irgendwann blieb nur noch anhalten, Regenkleidung anziehen und weiterfahren.
Die Landschaft blieb wunderschön, doch die dunklen Wolken wurden immer dichter. Der Regen begleitete uns schließlich bis hinunter ans Meer.
Mittagessen am Meer
Am Ionischen Meer angekommen, wartete trotz des Wetters ein besonderer Mittagsstopp auf uns. Direkt am Strand ließen wir uns frischen Fisch schmecken.
Unwetterwarnung und Planänderung
Während der Pause erreichte mich eine Unwetterwarnung auf dem Handy. Für den zweiten Teil der geplanten Kurvenjagd war Starkregen angekündigt.
Wir entschieden deshalb gemeinsam, den fahrerisch reizvollen, aber längeren Rückweg auszulassen und das Hotel auf direkterem Weg über die Schnellstraße anzusteuern.
Eine gute Tourenplanung bedeutet auch, einen Plan rechtzeitig zu ändern. Die Sicherheit der Gruppe steht immer über der ursprünglich geplanten Route – selbst dann, wenn man dafür auf einige schöne Kurven verzichten muss.
Noch einmal volltanken
Kurz vor dem Hotel füllten wir die Tanks noch einmal auf. So konnten wir am nächsten Morgen direkt starten, ohne zuerst eine Tankstelle suchen zu müssen.
BBQ statt Regenfrust
Am Abend zeigte die Servicecrew erneut, was perfekte Organisation bedeutet. Zwei Festzelte waren aufgebaut, das BBQ vorbereitet und kalte Getränke standen bereit.
Vom Regen ließen wir uns die Stimmung nicht verderben. Gemeinsam ließen wir den Tag unter den Zelten ausklingen – mit gutem Essen, vielen Geschichten und bester Laune.
Meine Erinnerung an diesen Tag
Der Sila-Nationalpark war fahrerisch und landschaftlich wieder ein echtes Highlight. Eigentlich hätte man ständig anhalten können, um die vielen Ausblicke zu fotografieren.
Als die Unwetterwarnung kam, war die Entscheidung für den direkten Weg schnell getroffen. Genau das gehört für mich zum Tourguiding dazu: flexibel bleiben und Verantwortung für die Gruppe übernehmen.
Mittagessen am Meer, Regenfahrt und anschließend BBQ unter den Festzelten – trotz des Wetters war es ein perfekter Tag.
Aspromonte Nationalpark
Kurven, Berge, Meer – und irgendwann wurde sogar getanzt. ❤️
Nach dem Regen des Vortages zeigte sich Kalabrien wieder von einer ganz anderen Seite. Vor uns lag eine Tour durch den Aspromonte Nationalpark – eine Region, die für Motorradfahrer eigentlich nur eine einzige Schwierigkeit hat:
Man möchte ständig anhalten und fotografieren.
Vom Hotel direkt hinein in den Aspromonte
Unsere Tagestour führte uns zunächst durch Kalabrien und hinein in den Aspromonte Nationalpark. Über kleine Straßen, Wälder und unzählige Kurven ging es über den Gebirgskamm in Richtung Ionisches Meer.
Die geplante Strecke führte durch kleine italienische Orte und über schmale, gut asphaltierte Straßen mitten durch die Bergwelt des Aspromonte. Auf der längeren Variante sollte es bis in große Höhen in Richtung Montalto gehen, bevor die Strecke wieder hinunter zur Küste führte.
Hier bekommt der Begriff „Motorradstraße“ eine etwas andere Bedeutung. Teilweise waren die Straßen schmal, einsam und führten kilometerweit durch Wälder und über Bergrücken.
Auch kleinere Hindernisse gehören im Aspromonte dazu. Während anderswo nach einem Murenabgang vermutlich erst einmal eine offizielle Straßensperre eingerichtet wird, funktioniert das hier etwas pragmatischer:
Bagger durch, Straße halbwegs frei – weiter geht’s. 😄
Und genau das beschreibt diese Gegend ziemlich gut. Ein bisschen Abenteuer gehört einfach dazu.
Kurven, Aussicht – und ein ungeplanter Fotostopp
Mit jedem Kilometer wurde die Landschaft beeindruckender. Immer wieder öffneten sich fantastische Ausblicke über die Berge Kalabriens bis hinunter zum Meer.
An einem dieser Aussichtspunkte hielten wir spontan an.
Die Stimmung war inzwischen so gut, dass aus einem ganz normalen Fotostopp plötzlich etwas entstand, das garantiert in keinem Tourenexposé stand:
Einige Mitfahrer fingen einfach an zu tanzen. 😂
Manche Dinge kann man planen: Strecke, Pausen, Tankstopps und Hotels. Und manche Momente entstehen einfach. Dieser hier gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Wenn aus einem Fotostopp plötzlich eine Tanzfläche wird – Video auf Facebook ansehen.
Was solche Momente ausmacht
Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einer Motorradtour und einer wirklich guten Motorradtour: Irgendwann fährt nicht mehr nur eine Gruppe Motorräder zusammen – irgendwann erlebt eine Gruppe Menschen gemeinsam etwas.
Und dann: das Meer 🌊
Nach all den Bergen, Wäldern und Kurven tauchte irgendwann dieses unglaubliche Blau vor uns auf.
Das Ionische Meer.
Also runter von den Motorrädern und erst einmal genießen.
Natürlich mussten die Motorräder für die obligatorischen Erinnerungsfotos direkt ans Meer.
Die Temperaturen und die vielen Kurven hatten allerdings ihre Wirkung gezeigt. Einem Mitfahrer reichte der Blick aufs Wasser nicht mehr.
Er ging direkt baden. 😄
Und plötzlich standen wir dort am Strand, lachten, machten Fotos und genossen einfach den Moment.
Mittagessen mit Meerblick
Nach so viel Bergluft und Kurven kam die Mittagspause genau richtig.
Das Restaurant lag unmittelbar am Meer. Motorradjacken aus, Helme auf den Tisch und erst einmal italienische Küche genießen.
Ein Cappuccino mit Herz ❤️
Natürlich durfte auch an diesem Tag eine italienische Kaffeepause nicht fehlen.
Und offensichtlich wusste man inzwischen, was Motorradfahrer nach unzähligen Kurven brauchen.
Aspromonte – ein Motorradrevier, das hängen bleibt
Im ursprünglichen Tourenplan war für diesen Tag eine große Runde durch den Aspromonte vorgesehen.
Die Landschaft bietet dafür alles, was Motorradfahrer lieben: schmale Straßen, kaum Verkehr, Waldpassagen, Bergpanoramen und immer wieder fantastische Ausblicke.
Je nach gewählter Variante lagen rund 220 bis 275 Kilometer und etwa fünf bis sechs Stunden reine Fahrzeit vor uns.
Auf der langen Variante sollte die Strecke erneut tief in den Aspromonte Nationalpark hineinführen und über besonders kurvige Straßen zurück Richtung Hotel.
Was von diesem Tag bleibt
Natürlich waren die Straßen fantastisch.
Natürlich war der Aspromonte ein Motorradparadies.
Und natürlich war die Kombination aus Bergen, Kurven und Meer kaum zu übertreffen.
Aber wenn ich an diesen Tag zurückdenke, sind es gar nicht zuerst die Straßen.
Es sind die Menschen.
Mitfahrer, die bei einem Fotostopp plötzlich anfangen zu tanzen. Eine Gruppe, die gemeinsam am Strand steht. Ein Motorradfahrer, der spontan ins Meer springt. Ein Cappuccino mit Herz. Und ganz viel Lachen.
Mein Fazit
Der Aspromonte hat uns an diesem Tag alles gegeben: fantastische Straßen, grandiose Aussichten, italienisches Chaos, Meer, Sonne und jede Menge Kurven.
Aber das Beste daran war die Stimmung innerhalb der Gruppe.
Solche Tage kann man als Guide vorbereiten – aber man kann sie nicht erzwingen.
Wenn die Menschen irgendwann anfangen, miteinander zu lachen, zu tanzen und einfach den Moment zu genießen, dann weiß man:
Heute haben wir alles richtig gemacht. ❤️
Und ja – die Abkühlung im Meer war danach definitiv verdient.
Ride. Explore. Experience.
Moto Giro d’Italia: So langsam geht’s zurück
Kalabrien – kleine Straßen, große Geschichte, Meerblick und ein Abend, an dem längst niemand mehr nur „Mitfahrer“ war.
Irgendwann kommt auf jeder großen Reise dieser Moment: Man steckt noch mittendrin im Abenteuer – und merkt trotzdem, dass sich die Richtung langsam wieder nach Norden dreht.
Genau so begann dieser Tag unserer Moto Giro d’Italia. Noch einmal wollten wir Kalabrien richtig aufsaugen: kleine Straßen, Kurven, Dörfer, Landschaft und dieses unverwechselbare Gefühl, dass hinter jeder nächsten Biegung wieder etwas Neues wartet.
Noch einmal tief hinein nach Kalabrien
Laut unserem Exposé führte uns die Route unter anderem über Laureana di Borrello, Soriano Calabro und Spadola. Der Asphalt schlängelte sich durch das Hinterland – mal zwischen Olivenbäumen, mal durch kleine Ortschaften und immer wieder über Straßen, auf denen man den Lenker eigentlich kaum gerade stellen wollte.
Viel Verkehr? Fehlanzeige. Stattdessen Kurven, Aussicht und jede Menge Gründe, einfach weiterzufahren.
Meine erste Kaktusfeige direkt vom Strauch 🌵
Und dann gab es wieder einen dieser kleinen Momente, die in keinem Roadbook richtig beschrieben werden können.
Am Straßenrand standen Kaktusfeigen – und ich bekam erklärt, wie man sie hier richtig erntet: Die Frucht wird von der Pflanze abgeschlagen und anschließend mit einem Stock einige Meter über den Boden gerollt, damit sich die feinen Stacheln lösen.
Kleine Premiere am Straßenrand
Meine erste Kaktusfeige direkt von der Pflanze. Und was soll ich sagen? Ein Genuss. 😋
Soriano Calabro – Geschichte zwischen alten Mauern
Einen ganz anderen Charakter bekam der Tag in Soriano Calabro. Hier legten wir eine längere Pause ein und besichtigten die eindrucksvollen Überreste der Klosteranlage.
Riesige Mauern, Bögen, Durchgänge und offene Gebäudeteile lassen noch heute erahnen, welche Dimension diese Anlage einmal hatte. Ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird.
Natürlich musste an so einem Ort auch das obligatorische Gruppenfoto her. Und dafür bot diese Kulisse wirklich alles.
Und weil bei uns selbst Kultur nicht völlig ohne Blödsinn auskommt, wurde zwischendurch auch noch ein ziemlich kleines Fahrrad ausprobiert. 😂
Mittagessen am Strand – La Dolce Vita 🌊
Danach zog es uns wieder Richtung Küste. Und dort wartete bereits die Servicecrew auf uns.
Direkt am Strand war die Mittagspause vorbereitet: Motorräder abstellen, Jacken aus, hinsetzen, etwas essen und dabei auf das Meer schauen.
La Dolce Vita
Kein Restauranttermin. Kein Stress. Keine große Inszenierung. Einfach Essen, Motorräder, Meer und Freunde. La Dolce Vita. 🇮🇹❤️
Geschlossen? Nicht für uns. ☕
Auch die Cappuccino-Pause am Nachmittag hätte kaum besser liegen können. Wieder direkt am Meer – Motorräder schön im Schatten und der Blick hinaus auf das Tyrrhenische Meer.
Eigentlich hatte der Wirt bereits geschlossen. Aber als unsere Motorradtruppe vor der Tür stand, machte er kurzerhand noch einmal auf.
Und dann saßen wir dort mit Kaffee vor uns und Meerblick – und in der Ferne zeichnete sich sogar Stromboli am Horizont ab.
Und dann diese Unterkunft … 🏡
Unser Tagesziel war diesmal kein klassisches Hotel. Wir kamen in einer Ferienanlage direkt an der Küste unter und bezogen kleine Apartmenthäuser.
Vor der Tür saßen die anderen, wenige Meter weiter begann praktisch schon der Strand.
Ein Abend, an dem man nicht ins Bett gehen wollte 🌅
Nach dem Abendessen saßen wir noch lange vor unseren Häusern zusammen. Getränke auf dem Tisch, Geschichten des Tages, jede Menge Gelächter – und niemand hatte es besonders eilig, diesen Abend zu beenden.
Aus Mitfahrern wurde eine Gemeinschaft ❤️
Und genau an diesem Abend wurde mir wieder bewusst, was während dieser Reise passiert war.
Wir waren längst nicht mehr einfach nur eine Gruppe Motorradfahrer, die zufällig dieselbe Route fuhr.
Wir kannten inzwischen die Eigenheiten der anderen. Wir wussten, wer morgens zuerst Kaffee brauchte, wer immer noch einen Spruch auf Lager hatte, wer beim Fotostopp als Erster den Helm abnahm und auf wen man sich verlassen konnte, wenn es einmal schwierig wurde.
Was am Ende wirklich bleibt
Aus Mitfahrern war eine Gemeinschaft geworden.
Und vielleicht ist genau das am Ende die schönste Erinnerung, die man von einer solchen Reise mit nach Hause nehmen kann.
Mein Fazit
Langsam ging es wieder Richtung Norden. Aber noch waren wir unterwegs. Noch lagen Straßen vor uns. Noch warteten neue Geschichten.
Und wir genossen jeden einzelnen Kilometer davon.
Ride. Explore. Experience.
Moto Giro d’Italia: Calabria / Campania – selbst bei Christus waren wir heute
Dieser Tag hatte wieder alles, was unsere Moto Giro d’Italia so besonders machte: kleine Pässe, große Landschaften, Cappuccino, ein Mittagessen mitten im Nirgendwo, eine sensationelle Servicecrew – und zum Schluss einen der eindrucksvollsten Aussichtspunkte der ganzen Reise.
Wir verließen Kalabrien in Richtung Norden und fuhren weiter durch die Bergwelt Süditaliens. Dabei wurde schnell klar: Auch wenn wir uns langsam auf den Rückweg machten, war diese Reise noch lange nicht vorbei.
Cappuccino gehört inzwischen zum Tagesablauf ☕
Natürlich hielten wir auch an diesem Tag an unserer mittlerweile fest etablierten Reisetradition fest: Cappuccino vor dem Mittagessen – und Cappuccino danach. 😄
Man könnte fast meinen, wir hätten die Route inzwischen nach der Dichte guter italienischer Kaffeebars geplant. Und ganz ehrlich: So falsch wäre diese Vermutung gar nicht.
Jeder Pass verdient ein Gruppenfoto 🏍️
Bei uns gilt inzwischen ein weiteres ungeschriebenes Gesetz: Selbst der kleinste Pass wird gewürdigt. Also anhalten, Motorräder abstellen, Helme ab – und Gruppenfoto.
Mittagessen mitten im Nirgendwo 🍝
Einer der besonderen Momente des Tages wartete wieder zur Mittagszeit auf uns. Unsere Guides bekamen lediglich GPS-Koordinaten. Keine Adresse, kein Restaurantname, keine große Erklärung.
Also folgten wir einfach den Koordinaten – und landeten irgendwo mitten in der Bergwelt an einem Platz, an dem man normalerweise wohl einfach vorbeigefahren wäre.
Doch unsere sensationelle Servicecrew war längst da. Tische standen bereit, das Essen wurde vorbereitet und rundherum: nichts außer Bergen, Landschaft und Aussicht.
Wir Guides hatten nur die GPS-Koordinaten. Mehr brauchten wir offenbar auch nicht – denn am Ziel wartete wieder eine Mittagspause, wie ich sie auf keiner anderen Motorradtour erlebt habe.
Weiter Richtung Maratea
Danach ging es weiter über kleine Straßen, durch Wälder und vorbei an Schluchten und alten Steinbrücken. Landschaftlich war dieser Abschnitt wieder einmal ein Volltreffer.
Cristo Redentore – einer der Höhepunkte der Reise
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Maratea. Hoch über der Küste auf dem Monte San Biagio steht dort die monumentale Christusstatue Cristo Redentore.
Schon der Weg hinauf war beeindruckend. Doch oben angekommen, eröffnete sich ein Panorama, das einem fast die Sprache verschlägt: Küste, Hafen, Berge und das tiefblaue Tyrrhenische Meer weit unter uns.
Selbst bei Christus waren wir heute 😄
Natürlich musste oben noch ein Selfie her. Wenn man schon auf so einer Reise unterwegs ist, braucht man schließlich auch den Beweis, dass man wirklich überall war.
Und dann dieses Hotel … 🌅
Unser Tagesziel setzte dem Ganzen noch einmal die Krone auf: das Grand Hotel Sant Pietro. Eine spektakuläre Anlage in Stufenbauweise, direkt in den Hang oberhalb des Meeres gebaut.
Schon der Blick über den Infinity-Pool hinaus aufs Meer war sensationell. Darunter lag ein naturbelassener Steinstrand aus erkaltetem Lavagestein – rau, dunkel und vollkommen anders als ein klassischer Sandstrand.
Und als wäre das noch nicht genug, färbte der Sonnenuntergang später den gesamten Horizont orange, rot und violett. Die Motorräder standen bereits unter dem Hotel, die Tageskilometer waren geschafft – und alle genossen einfach nur noch diesen Moment.
Relive – der Tag in Bewegung 🎬
Die komplette Etappe gibt es natürlich auch wieder als Relive-Video. Dort sieht man besonders schön, wie sich unsere Strecke durch die Berge bis hinauf nach Maratea gezogen hat.
▶ Relive-Video dieses Tourtages auf Facebook ansehen
Mein Fazit des Tages
Cappuccino, kleine Pässe, Mittagessen mitten im Nirgendwo, fantastische Bergstraßen, Cristo Redentore und anschließend dieses Hotel direkt über dem Meer – so viele Höhepunkte an einem einzigen Tag sind eigentlich schon fast unfair.
Genau solche Tage erklären, warum diese Moto Giro d’Italia für mich weit mehr als nur eine Motorradtour war.
Ride. Explore. Experience.
Amalfiküste / Neapel – Kurven, Küstenchaos und der Vesuv
An diesem Morgen hieß es wieder einmal: Hotel wechseln. Also wurde alles zusammengepackt und auf unsere Servicefahrzeuge verteilt. Das Gepäck der Mitreisenden, Catering, Ausrüstung – alles musste mit.
Während unsere Servicecrew die logistische Seite der Reise übernahm, konnten wir uns auf das konzentrieren, weswegen wir hier waren: Motorrad fahren.
Erste Amtshandlung: volltanken 🏍️
Weit kamen wir zunächst allerdings nicht. Keine 500 Meter nach dem Hotel wartete bereits unser erster geplanter Zwischenstopp.
Tankstelle.
Die Motorräder wurden vollständig aufgetankt und anschließend setzte sich unsere Gruppe wieder in Bewegung. Vor uns lag eine ausgesprochen kurvenreiche Strecke Richtung Norden.
Kleine Straßen, große Landschaft
Schon kurz nach dem Start zeigte sich wieder, warum diese Reise für uns Motorradfahrer so besonders war.
Die Strecke zog sich über kleine Straßen durch das Hinterland. Kurve folgte auf Kurve, immer wieder unterbrochen von fantastischen Ausblicken über Täler und Berglandschaften.
Obligatorischer Cappuccinostopp ☕
Natürlich durfte auch an diesem Tag unser inzwischen fest zum Tagesablauf gehörender Cappuccinostopp nicht fehlen.
In einem kleinen Bergdorf fanden wir ein unscheinbares Café. Motorräder abstellen, Jacken öffnen, hinsetzen und erst einmal italienischen Kaffee genießen.
Die Guides bekommen wieder nur Koordinaten 😄
Danach begann für uns Guides wieder der spannende Teil: den Mittagspunkt finden.
Wie schon an den vorherigen Tagen bekamen wir von der Servicecrew keinen Restaurantnamen und keine ausführliche Wegbeschreibung.
Der Rest war unser Problem. 😄
Irgendwo mitten in der Landschaft zweigte schließlich die richtige kleine Straße ab. Und dann standen wir plötzlich wieder dort: im Nirgendwo – und vor uns war bereits alles vorbereitet.
Mittagessen – wieder mitten im Nirgendwo 🇮🇹
Und wieder hatte unsere Servicecrew um Elke Müller einen Platz gefunden, den man als normaler Urlauber vermutlich niemals entdeckt hätte.
Die Motorräder standen zwischen Felsen und Wald, Tische und Bänke waren aufgebaut und das Essen war bereits in Vorbereitung.
🍴 Was diese Reise so besonders machte
Ich habe inzwischen einige Motorradtouren erlebt. Aber diese Kombination aus Motorradfahren und Service habe ich so noch nirgendwo erlebt.
Wir Guides konzentrierten uns auf Strecke und Gruppe – und irgendwo mitten in Italien wartete plötzlich ein komplett vorbereiteter Mittagstisch auf uns.
Sensationell.
Weiter Richtung Küste
Nach dem Essen ging es wieder auf die Motorräder. Die Landschaft änderte sich langsam und wir kamen der Küste immer näher.
Amalfiküste – wunderschön und völlig verrückt 😄
Dann erreichten wir die Amalfiküste.
Und was soll ich sagen?
Die Landschaft ist unbeschreiblich schön. Gleichzeitig herrscht dort ein Verkehr, den man als Motorradguide nicht unbedingt als Entspannungsprogramm bezeichnen würde.
Autos, Roller, Motorräder, Busse, Fußgänger – und dazwischen unsere Gruppe. Trotzdem funktionierte es hervorragend.
Und natürlich gönnten wir uns auch hier eine Pause. Ein Eis musste einfach sein.
Und plötzlich lag Neapel vor uns
Direkt anschließend führte uns die Strecke weiter zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Großraums Neapel.
Vor uns breitete sich die gesamte Ebene aus. Und links am Horizont stand unverkennbar der Vesuv.
Leider war die Sicht an diesem Tag etwas diesig. Aber selbst dadurch verlor dieser Anblick kaum etwas von seiner Wirkung.
Den kleinen Parkplatz am Aussichtspunkt hätte ich beinahe übersehen.
Noch wenige Tage zuvor wäre so ein spontaner Richtungswechsel mit einer großen Motorradgruppe vermutlich deutlich komplizierter gewesen. Inzwischen waren wir aber so gut aufeinander abgestimmt, dass selbst dieser kurzfristige Abstecher problemlos funktionierte.
Die letzten Kilometer – jetzt auch noch Regen
Dann ging es auf die letzte Etappe zum Hotel.
Und weil der Tag offenbar noch nicht abwechslungsreich genug gewesen war, bekamen wir auf den letzten Kilometern auch noch Regen.
Irgendwann rollten wir schließlich nass, aber zufrieden auf den Hotelparkplatz.
🎥 Die Tagesetappe im Relive-Video
Kurvige Bergstraßen, Amalfiküste, Neapel und der Vesuv – hier lässt sich die Etappe noch einmal als Relive ansehen.
▶ Relive-Video ansehenVom Stiefelbier zum Stiefelwein 🍷
Normalerweise gehört nach einem langen Motorradtag natürlich das obligatorische Stiefelbier dazu.
Heute wurde daraus kurzerhand:
Und nach diesem Tag war das durchaus angemessen.
Kurven ohne Ende, ein perfekter Mittagspunkt, die Amalfiküste, Neapel, der Vesuv, Regen auf den letzten Kilometern – und wieder ein Tag, über den am Abend noch reichlich gesprochen wurde.
Was von diesem Tag bleibt
Die Amalfiküste ist wunderschön. Der Vesuv ist beeindruckend. Und die Straßen im Hinterland waren wieder einmal genau das, wofür wir nach Italien gekommen waren.
Aber mindestens genauso beeindruckend war inzwischen das Zusammenspiel innerhalb unserer Gruppe.
Selbst ein fast verpasster Aussichtspunkt, ein spontaner Richtungswechsel oder das Einsortieren der Motorräder im Verkehrschaos funktionierte.
Nach so vielen gemeinsamen Kilometern wusste inzwischen jeder, wie der andere reagiert.
Aus einer Reisegruppe war längst ein richtig gutes Team geworden.
Und beim Stiefelwein am Abend war ziemlich sicher allen klar:
Dieser Tag wird hängen bleiben.
Ride. Explore. Experience.
Pompeji – Ruhetag? Von wegen!
Eigentlich war heute Pause für die Tourguides. Kein täglicher Hotelwechsel, keine komplette Tagesetappe und für jeden die Möglichkeit, den Tag so zu verbringen, wie er wollte.
Aber wenn man schon in der Nähe von Neapel ist und Pompeji praktisch vor der Haustür liegt, dann bleibt ein Tourguide natürlich nicht lange im Hotel sitzen.
Und so passierte das, was eigentlich niemanden mehr überraschte: Plötzlich hatte man doch wieder eine kleine Gruppe hinter sich, die gemeinsam Richtung Pompeji wollte. Also wurde aus dem vermeintlichen Ruhetag ganz schnell wieder ein kleiner Motorradausflug. 😉
Pompeji – plötzlich wird Geschichte greifbar
Schon am Eingang wurde klar, dass wir heute nicht die Einzigen mit dieser Idee waren. Pompeji gehört zu den Orten, von denen eigentlich jeder schon einmal gehört oder Bilder gesehen hat. Wenn man dann aber selbst dort steht, bekommt die Geschichte noch einmal eine völlig andere Dimension.
Mich hat vor allem beeindruckt, auf welchem technischen und gesellschaftlichen Niveau die Menschen damals bereits lebten. Straßen, Häuser, Plätze, Wasserversorgung, öffentliche Gebäude – vieles wirkt erstaunlich ausgeklügelt.
Man läuft durch diese Straßen und ertappt sich immer wieder bei dem Gedanken: Das alles war einmal eine ganz normale, lebendige Stadt.
Der Vesuv – Faszination und ein etwas mulmiges Gefühl
Und dann steht er da: der Vesuv. Der Vulkan, der für die Katastrophe verantwortlich war und dessen Ausbruch Pompeji unter Asche und Gestein begrub.
Wenn man weiß, welche gewaltigen Kräfte hier wirkten und dass der Berg durch seine Ausbrüche sein Erscheinungsbild massiv verändert hat, schaut man automatisch etwas länger hin.
Dazu kommt das Wissen, dass der Vulkan natürlich nicht einfach verschwunden ist. Unter der Erde ist weiterhin Bewegung. Bei mir wechselten sich deshalb immer wieder Faszination und ein gewisser Respekt ab.
Pompeji war beeindruckend. Nicht nur wegen der Größe der Anlage, sondern weil man an vielen Stellen plötzlich begreift, dass hinter all den Mauern, Straßen und Gebäuden echte Menschen und echte Schicksale standen.
Und dann zerfiel die Reisegruppe …
Nach dem Besuch von Pompeji war der offizielle Programmpunkt für diesen Tag im Grunde erledigt. Und genau jetzt passierte das, was an einem freien Tag passieren soll: Es bildeten sich kleine Grüppchen.
Die einen wollten noch etwas shoppen, andere zog es direkt zurück zum Hotel und an den Pool. Ein Mitfahrer hatte allerdings noch einen anderen Plan und wollte mit mir Richtung Hafen.
Wir hatten natürlich ein klares Ziel.
Wir suchten den Cappuccino. 😀
Cappuccino mit Vesuvblick ☕🏍️
Und irgendwo muss man ja schließlich überprüfen, ob der Cappuccino auch an einem offiziellen Ruhetag unseren inzwischen ziemlich hohen italienischen Ansprüchen genügt.
Der Abend gehörte der ganzen Truppe
Am Abend kamen dann wieder alle zusammen. Die Servicecrew hatte im Hotel einen großen Bereich organisiert, denn für diesen Abend stand etwas Besonderes auf dem Programm: unser Abschlussgrillen.
Und wieder zeigte sich, was die Servicecrew während der gesamten Moto Giro geleistet hatte. Während wir Guides tagsüber mit den Motorrädern unterwegs waren, liefen im Hintergrund Gepäcktransport, Catering, Vorbereitung und Organisation.
Es wurde gegessen, erzählt, gelacht und natürlich noch einmal über all die Erlebnisse der vergangenen Tage gesprochen.
Für uns Guides und für die Servicecrew wurde dieser Abend dann noch einmal ganz besonders. Von den Mitfahrenden gab es viel Lob, ein gemeinsames Geschenk und sogar etwas für die Trinkgeldkasse.
Nach all den Kilometern, Kurven, kleinen Problemen, großartigen Landschaften und gemeinsamen Erlebnissen war das ein Moment, bei dem man merkte, dass aus einer Reisegruppe längst eine ziemlich eingeschworene Truppe geworden war.
Der vermeintliche Ruhetag war also alles – nur kein Ruhetag.
Pompeji, der Vesuv, ein Cappuccino am Meer und zum Abschluss ein gemeinsamer Abend mit der gesamten Mannschaft. Noch einmal ein Tag voller Eindrücke.
Morgen sollte sich dann endgültig der Kreis schließen: Die letzte Etappe führte uns zurück zu unserem Ausgangshotel vor den Toren Roms.
Ride. Explore. Experience.
Moto Giro d’Italia: Die letzte gemeinsame Fahrt
Irgendwann kommt auf jeder großen Reise der Moment, an dem man weiß: Heute ist die letzte gemeinsame Fahrt.
Nach all den Kilometern, Pässen, Küstenstraßen, kleinen Bergdörfern, Cappuccino-Pausen und Erlebnissen führte uns dieser Tag zurück zu dem Hotel vor den Toren Roms, an dem unsere Moto Giro d’Italia begonnen hatte.
Ein bisschen Wehmut war dabei. Aber vor allem war die Stimmung richtig gut. Wir hatten in den vergangenen Tagen unglaublich viel gemeinsam erlebt – und nun lag noch einmal ein kompletter Fahrtag vor uns.
Ein letztes Mal: Motorräder startklar 🏍️
Am Morgen standen die Motorräder wieder bereit. Gepäck verstauen, kurzer Blick über die Gruppe und dann ging es los Richtung Norden.
Natürlich beginnt auch der letzte Fahrtag mit Cappuccino ☕
Und selbstverständlich änderten wir ausgerechnet am letzten Tag nichts an unseren inzwischen bestens eingespielten Gewohnheiten.
Der erste Cappuccino-Stopp ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal landeten wir an einer Tankstelle mit angeschlossener Snack-Station. Nicht unbedingt romantisch – aber vollkommen ausreichend für das, was wir brauchten: Cappuccino. 😄
Wobei es dort durchaus Dinge zu entdecken gab. Zum Beispiel Nutella-Gläser, die gefühlt eher in die Kategorie Zehn-Liter-Eimer gehörten. 😂
Noch einmal hinein ins italienische Hinterland
Danach ging es weiter. Kleine Straßen, Hügel, Dörfer und immer wieder diese weiten Blicke über das italienische Hinterland.
Es war keine Etappe mehr, bei der irgendein großes touristisches Highlight im Mittelpunkt stand. Und genau das machte sie schön. Wir fuhren einfach Motorrad.
Mittagessen bei La Volsciaria 🍕
Zum Mittag führte uns die Strecke hinauf auf einen Berg. Dort wartete die Pizzeria La Volsciaria auf uns – eine dieser typisch italienischen Einkehrmöglichkeiten, die perfekt zu unserer Reise passten.
Motorräder abstellen, Jacken aus und gemeinsam an den Tisch. Nach all den gemeinsamen Tagen war längst keine zusammengewürfelte Reisegruppe mehr unterwegs.
Ein letzter Cappuccino – Bar Habana ☕❤️
Kurz vor unserem Ziel fehlte eigentlich nur noch eine Sache.
Der letzte gemeinsame Cappuccino.
Wir fanden die Bar Habana. Von außen war das Café, sagen wir einmal, eher unscheinbar. Ein Ort, an dem man vielleicht zunächst vorbeifahren würde.
Zum Glück ließen wir uns davon nicht täuschen. Wir konnten draußen sitzen – und der Cappuccino war tatsächlich einer der besten der gesamten Tour.
Man sollte sich eben nicht immer vom Äußeren täuschen lassen. 😉
Zurück am Ausgangspunkt
Schließlich rollten wir wieder auf den Parkplatz unseres Ausgangshotels. Der Kreis hatte sich geschlossen.
Für die Teilnehmer war der eigentliche Fahrtag damit beendet. Einchecken, Wellnessbereich, Abendessen und den letzten gemeinsamen Abend genießen.
Für uns Guides und das Serviceteam begann dagegen noch einmal eine ganz andere Schicht.
Während andere entspannen, beginnen wir zu verladen
Sämtliche Motorräder mussten wieder auf die drei Anhänger. Maschine für Maschine wurde positioniert, verzurrt und kontrolliert. Dazu kamen Gepäck, Ausrüstung und das gesamte Material des Serviceteams.
Langsam füllten sich die Anhänger. Gurte festziehen, Abstände kontrollieren, noch einmal prüfen – schließlich sollten alle Maschinen genauso wohlbehalten wieder in Leipzig ankommen, wie sie ihre Reise begonnen hatten.
Und plötzlich war es dunkel
Die Arbeit zog sich bis weit in den Abend. Als die letzten Motorräder fest verzurrt waren, war es längst dunkel.
22 Uhr – jetzt dürfen auch wir etwas essen
Gegen 22 Uhr waren wir schließlich fertig.
Während für unsere Mitfahrer der letzte Hotelabend langsam zu Ende ging, kamen wir Guides und das Serviceteam noch einmal für uns zu einem gemeinsamen Abendessen zusammen.
Kein großes Programm mehr. Einfach zusammensitzen, essen und langsam begreifen, was hinter uns lag.
Eine Reise, die bleibt
Eine wunderschöne und gleichzeitig positiv anstrengende Reise ging zu Ende. Für mich war es die erste Tour dieser Art – und gleichzeitig eine der bestorganisierten Reisen, die ich bisher für einen Veranstalter fahren durfte.
Mein besonderer Dank gilt unseren Mitfahrerinnen und Mitfahrern und vor allem meinen Kolleginnen und Kollegen, die vor der Tour, während der Tour und im Hintergrund alles dafür gegeben haben, dass diese Reise funktioniert.
Vier Stunden Schlaf – dann Richtung Leipzig
Viel Schlaf blieb uns allerdings nicht.
Nach ungefähr vier Stunden klingelten bereits wieder die Wecker. Zwischen drei und vier Uhr morgens starteten unsere drei Gespanne Richtung Deutschland.
Auf jedem Fahrzeug saßen zwei Fahrer, sodass wir uns unterwegs ablösen und praktisch durchfahren konnten.
Ziel war Leipzig – und dort schließlich das Firmengelände, auf dem Motorräder und Ausrüstung wieder an ihre Besitzer übergeben werden konnten.
Die Menschen machten die Reise unvergesslich.
Die letzte Etappe noch einmal als Video 🎬
Die Rückfahrt zum Ausgangshotel – unsere letzte gemeinsame Etappe der Moto Giro d’Italia 2025.
▶ Relive der Etappe ansehen